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Geschichte

 
Geschichte der GGS Adendorf (Titel) Geschichte (Schriftzug)


Schülerzahlen in Adendorf aus zwei Jahrhunderten:


6 - 10-jährige Adendorfer Schüler/innen
1812 - 42 Schüler/innen
1819 - 80 Schüler/innen
1867 - 111 Schüler/innen
1897 - 171 Schüler/innen
1902 - 153 Schüler/innen

6 - 14-jährige Adendorfer Schüler
1947 - 134 Schüler/innen
1967 - 133 Schüler/innen

Grundschule mit Arzdorf und Fritzdorf zusammen
1978 - 160 Schüler/innen
1983 - 111 Schüler/innen
1993 - 125 Schüler/innen
2000 - 145 Schüler/innen


Geschichte von 1819 bis 1870


Schulhaus 1824 in der Von-Loe-Straße
Schulgebäude 1824

Auch wenn Dechant Beemelmanns den ersten Lehrer in Adendorf schon im Jahre 1654 anhand alter Quellen vermutet hat, so begann doch für die meisten Adendorfer Kinder die Schulpflicht erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter der napoleonischen Herrschaft im Rheinland.

1819 unterrichtete der Lehrer Gottfried Barion, der 1798 geboren war, 80 Schulkinder in 3 Abteilungen:

1. Klasse 27 Kinder von 10-11 Jahren im Schönschreiben, Lesen mit Ausdruck, Naturgeschichte, Geographie und Kathechismus
2. Klasse 29 Kinder von 8-9 Jahren im Lesen und Schreiben
3. Klasse 24 Kinder von 6 Jahren in der Lautiermethode und Hinführung zum Lesen

"Die übrigen sind zu häuslichen Arbeiten theils entlassen oder aus Noth zurückgehalten. Diese Schule wird fleißig gehalten und besucht, allein das Schulhaus und Zimmer ist noch in einem schlechten Zustande und bedarf ungemein einer beträchtlichen Reparation."

Im halbjährlichen Hauptbericht über die Schulen des Kreises Rheinbach als Beitrag zum Polizeiberichte heißt es 1823: "Am 11. Juni 1823 wurden die Schulen zu Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf besucht. Die Schule Adendorf besteht aus 103 Kindern, von welchen 20 Knaben und 10 Mädchen bey der Visitation zugegen waren.

Ich fand hier Kinder von vortrefflichen Fähigkeiten und Anlagen, die, weil sie regelmäßig den Unterricht besuchen, erfreuliche Fortschritte im Lesen, Schreiben, Kopfrechnen, Naturgeschichte, Geographie und Gesang gemacht hatten. Verschiedene deklamierten sehr schön, und schrieben das, was ihnen dictiert wurde, ohne Fehler.

Es kann hier mit der Jugendbildung noch immer besser werden, weil der Lehrer Barion die Wichtigkeit seines hohen Berufes recht einsieht und fühlt, und dadurch aufgefordert, im thätigen Streben die große Aufgabe der Menschenerziehung und Menschenbildung zu lösen sucht.

Das Schulhaus ist eine elende Hütte und das Schulzimmer so klein, daß es kaum eine Zahl von 50 Kindern fassen kann. Der Lehrer muß entweder stehen, oder auf einem Stuhle sitzen bleiben, wenn er den Unterricht ertheilt, indem durchaus kein Raum da ist, um in der Schule umherzugehen.

Die Schuld der Verzögerung des so nötigen Baues liegt an dem Gemeinderath, der noch nicht einig werden kann, ob nur eine Reparatur des alten Schulhauses stattfinden, oder ein ganz neuer Bau aufgeführt werden soll."

Die guten Leistungen der Adendorfer Schüler zeigt ein Diktattext von 1823, den ein Knabe aus der obersten Klasse fehlerfrei schrieb:

"Kinder sind ihrem Lehrer in Hinsicht der Bildung, welche sie von ihm erhalten, mehr Dank schuldig als ihren Eltern, von welchen sie das bloße Leben erhalten haben. Diese Wahrheit bestätigt ein berühmter König aus dem Alterthum, Alexander der Große: ,Meinem Lehrer’, sagt er, bin ich mehr Dank schuldig als meinem Vater, denn mein Vater hat mich nur zum Thier gemacht, mir zum thierischen Leben verholfen, mein Lehrer aber, der meine Vernunft gebildet hat, hat mich zum Menschen gemacht, wie ich gut und glücklich leben könne.’"

Und im Jahre 1824 schrieben schon 5 Schüler folgenden Text ohne Fehler:

"Fliehet den Müßiggang als die Quelle aller Laster. Nie müsse euch der Abend zur Ruhe laden, ohne daß das Bewußtseyn euch lohnt, den Tag nützlich angewendet zu haben. Benutzet insbesondere diese schönen Jahre der Jugend, um das zu lernen, was ihr künftig in eurem Stande braucht, um nützliche Menschen zu werden. Höret auf die Stimme eures Gewissens, es ist Gottes Stimme, die in eurem Innern spricht, folget, wenn sie ruft, aber fliehet, wenn sie warnet; sie ist euch eine sichere Begleiterin auf dem Wege der Tugend, ein schützender Engel der Unschuld in Versuchungen, eine vertraute Freundin im Unglücke und eine beruhigende Trösterin in der Todesstunde und vor Gottes Gericht."

Vielleicht angeregt durch die guten Leistungen der Schüler hat der Gemeinderath sich entschlossen, doch die "elende Hütte" durch ein neues Schulhaus zu ersetzen, das 1824 aufgeschlagen wurde.

Leider trübte sich in den folgenden Jahren das Verhältnis zwischen dem Lehrer Barion und dem Pfarrer Lauvenberg so, daß der Lehrer Barion 1830 um seine Versetzung bat, und der Landdechant und Schulpfleger des Dekanates Alex Geilgens diesem Wunsch folgendermaßen zustimmte:

"In dem hiesigen Dekanat Rheinbach ist zu Adendorf ein gewisser Godfried Barion als Schullehrer seit 12 Jahren angestellt. Derselbe ist ein recht gut gebildeter Lehrer, besitzt eine besondere Fertigkeit, sich liebreich und verständlich den Kindern mitzuteilen und ist seine Schule eine der ausgezeichnetsten des Kreises Rheinbach. Da Barion aber mit seinem Pfarrer, Herrn Lauvenberg, in Unannehmlichkeiten geraten, und die Spannung zwischen beiden derart ist, daß eine innigst herzliche Aussöhnung und ein freudiges Zusammenwirken von seiten des Pfarrers und Lehrers an der Bildung der Jugend nicht leicht zu erwarten steht: So wünschte ich, daß Barion, für dessen treffliche Lehrerfähigkeiten ich bürge, und den ich deshalb nicht gerne aus dem Kreise wandern sehe, eine andere annehmbare Stelle erhalten möge. Barion, selbst vorsehend, daß er künftig nicht mehr mit Freude an der Adendorfer Schule jugendarbeiten könne, äußerte mir vorgestern den Wunsch seiner Versetzung. Euer Hochwürden möchte ich daher gebeten haben, dem Barion zur Erreichung seines Wunsches gütigst behilflich zu sein, und dadurch mir zugleich zu helfen, in meiner Pfarre Ruhe und Eintracht wiederherzu-tellen, die in Adendorf seit einigen Monaten nicht mehr zu finden."

Als Nachfolger wurde Caspar Werres aus Pütz im Kreise Bergheim zunächst für drei Monate probeweise übernommen, und dann am 1. Juli 1832 offiziell durch Pfarrer Schreiber "... während des Hochamtes bei versammelter, ihm anvertrauter Jugend, nachdem der Pfarrer ihm die großen Pflich-ten eines Lehrers und Erziehers der Jugend vorgehalten und ans Herz gelegt hat ..." in sein Amt eingeführt.

Bis zum Jahre 1866 -- Lehrer Werres war inzwischen 58 Jahre alt -- unterrichtete er in Adendorf, wobei in dieser Zeit seine Leistungen in den Schulberichten anerkannt wurden, jedoch der Ortsausschuß sich beschwert, daß "... die Frau des Lehrers ein seit Jahren betriebenes Spezerei-Geschäft fortführt (nicht im Schulhause)."

Eine Untersuchungskommission stellte aber fest: "... was nun die Beschwerden bezüglich des Gewerbebetriebs von Seiten der Frau des Lehrers und des Einflusses auf den Lehrer im Amte anbelangt, so sind keine begründeten Thatsachen dafür vorgebracht worden. An dem Gewerbebetriebe (auch dem Verkauf von Lehrmitteln, Federn Papier und Schulbüchern) beteiligt sich übrigens der Lehrer nachweislich nicht."

Ebenso wurde bemängelt, daß der Lehrer die Schulkinder zur Verrichtung häuslicher Arbeiten benutzt hat, auch wenn es keineswegs erwiesen ist, daß dies während der Schulstunden geschehen ist. Pfarrer Hase wurde deshalb vom Königlichen Landrath G. Wolff ersucht, in dieser Beziehung den Lehrer zu überwachen, da dies unzulässig sei und leicht zu Mißbräuchen führe. (1859)

So trübte sich abermals das Verhältnis zwischen Lehrer und Pfarrer, das in damaliger Zeit so wichtig war.

"Der eingetretene Wechsel im Pfarramte wird hoffentlich günstige Gelegenheit dazu bieten, und die nicht zu verkennende Wichtigkeit des guten Verhältnisses zwischen Pfarrer und Lehrer, namentlich in ihrem Einflusse auf die religiöse und moralische Bildung der Jugend, wie des Volkes überhaupt, läßt zuversichtlich erwarten, daß die Männer, denen diese Bildung vorzugsweise obliegt, durch ihr förderliches Zusammenwirken und ihr Beispiel dieses hohe Ziel ohne Unterlaß gemeinsam erstreben, und sich über die zweckmäßige und beste Weise dafür einigen und verständigen werden. Insbesondere hat der Lehrer den Anordnungen und Weisungen des Pfarrers Folge zu leisten, und zum nachhaltigen Ergebnisse unausgesetzt nach Pflicht und Kräften mitzuwirken."

Die sittliche Führung der schulpflichtigen Jugend oblag Pfarrer und Lehrer. Im Jahre 1837 bangte der Schulpfleger um die Gefährdung der Jugend in Adendorf und berichtet:

"Ich darf im Vertrauen auf die Wachsamkeit der Pfarrer und Lehrer hoffen, daß diese die Jugend auch fürder von allem bestmöglich fernhalten werden, was deren zeitliches und ewiges Wohl irgendwie gefährden könnte. Letzteres dürfte jedoch meines Dafürhaltens in jenen Gemeinden leicht zu befürchten sein, in welchen besonders im Spätsommer und Herbste manche Eltern ihre Kinder zum Hüten ihres Viehs brauchen. Ein wohlmeinender Kinderfreund sagte, in dieser Beziehung habe die Erfahrung gar traurige Beispiele aufzuweisen, und sei es leider nur zu wahr, daß schulpflichtige Kinder bei solchen Gelegenheiten, wo mehrere zusammen gelagert hatten, nicht allein den ungezogensten Muthwillen, sondern auch Schändlichkeiten getrieben haben. Er schlägt vor, das Vieh-Hüten oder sogenannte Weidenlassen des Viehs durch Kinder zu untersagen, welches namentlich in den Pfarreien Neukirchen-Sürst, Fritzdorf, Adendorf und anderen häufig stattzufinden pflegt."

Auch Bürgermeister Hartstein verfügte zum Schutz der Jugend 1885 "... daß strenge darauf zu halten ist, daß Schulkinder mit Eintritt der Dunkelheit sich auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, überhaupt außerhalb der elterlichen Wohnung nicht mehr blicken lassen dürfen."

Das Verhältnis jedoch zwischen Pfarrer Hase und Lehrer Werres war 1865 schon so getrübt, daß der Königliche Landrath Wolff empfahl: "... gütigst Vorschläge zu machen, wie das Zerwürfnis zwischen dem Pfarrer und dem Lehrer zu beseitigen wäre. Am wünscheswertesten dürfte die freiwillige Niederlegung der Stelle seitens des an Alter vorgerückten Lehrers sein."


Geschichte von 1870 bis 1967


Schulhaus 1870 in der Töpferstraße
Schulgebäude 1870

1870 wurde die neue zweiklassige Schule an der heutigen Töpferstraße gebaut. Das zweigeschossige Backsteingebäude wurde bis 1967 als Schule genutzt.

Die ersten Berichte über den Zustand des Gebäudes lauten: Januar 1890:

"Im Auftrag des Herrn Bürgermeisters Thiesen hat der Unterzeichnete heute in der Knabenschule zu Adendorf in bezug auf Ordnung und Reinlichkeit eine Revision vorgenommen, wobei sich folgendes zu bemerken vorfand: Im Allgemeinen waren Schulsaal und Büste des Kaisers sowie die übrigen Utensilien in Ordnung, nur fand ich im Schulsaale einige Spinnwebe an der Decke vor."

Juli 1913: "Als ein Übelstand muß es bezeichnet werden, daß die Kleiderablage sich in der Klasse befindet. Die Aborte sind unsauber und wenig belichtet. Lüftung ist fast ausgeschlossen. Der Turn- und Spielplatz ist zu klein. Der regelmäßige Schulbesuch läßt noch viel zu wünschen übrig."

Leider sind die Quellen zu Berichten über die Adendorfer Schule für die Zeit vom Beginn des Jahrhunderts bis nach dem 2. Weltkriege nicht sehr zahlreich. Lehrer Paffhausen, der 1946 in Adendorf die Oberklasse übernimmt, schreibt:

"Das Gebäude der Adendorfer Schule hat während des Krieges 1939 - 45 keine Beschädigungen durch Kampfhandlungen erlitten. Aber langanhaltende Belegungen durch deutsche Truppen, Schanzjugend, weiße und schwarze Amerikaner haben die Schule doch schwer mitgenommen. Öfen, Rundfunk- und Filmgeräte, fast alle Landkarten und Bilder, sowie sämtliche Schriftstücke mit Chronik vernichtet."

Die Erzählungen älterer Adendorfer Bürger (Familie Neukirchen und Toni Söndgen) lassen nachvollziehen.

Lehrer und Lehrerinnen zu Beginn des Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg:

1903 Maria Langen

1908 Hilarius Wirtz von Oeverich

1908 - 1946 Katharina Esser

1909 Wilhelm Herbrand

1910 Siegfried Zerfas - seine autobiographischen Aufzeichnungen sind nachzulesen in der Schrift: "Die Adendorfer Töpfer im Wandel der Zeit"S. 69 - 73. Ernst Dresen

1915 Lehrer Schlicker - ihm wird nachgesagt, daß er häufig, auch während der Schulstunden, im Treppenhaus seine lange Pfeife rauchte. Sein Spitzname war "Krutbart" - wegen des Bartes.

1915 Lehrer Emons Lehrer Monschau - der in der Schlacht bei Soain eine Schußverletzung erhalten hat, und somit feld- und garnisondienstunfähig erklärt und von seinem Truppenteil beurlaubt wurde. Er studierte weiter und unterrichtete dann später als Dr. Monschau am Gymnasium in Rheinbach.

1918 Lehrer Gierlich, der als sehr streng galt / Fräulein Hartmann

1925 - 1937 Lehrer Weiler

1933 Lehrer Schmidt war nur zur Aushilfe da, er war jedoch so beliebt, daß Hubert Neukirchen ihn im Karnevalszug darstellte, um "... die Kinder zu erfreuen mit dem Motto: Der Lähre Schmidt öss wede he’."

1930 Lehrer Scheuren aus Euskirchen, der in der Bäckerei Kerzmann wohnte. Während des 2. Weltkrieges führte Lehrer Pohl die Oberklasse, (5. - 8. Schuljahr) und Fräulein Esser das 1.-4. Schuljahr. Lehrer Isenberg aus Meckenheim war kurz zur Aushilfe hier.

Nach dem 2. Weltkrieg übernimmt im Jahre 1946 Lehrer Georg Paffhausen die Oberklasse (5. - 9. Schuljahr) mit 53 Kindern. Fräulein Margarethe Weitzel unterrichtet die Unterstufe mit 70 Kindern in zwei Gruppen. Ab 1947 übernimmt Lehrer Alois Keller aus Villiprott die 3. Stelle an der Schule und übernimmt zunächst das 4. Schuljahr mit 20 Kindern.

Viele Kinder nahmen bis 1950 an der Schulspeisung teil, die Waren wurden frei geliefert, die geringen Transport- und Kochunkosten bezahlen die Eltern freiwillig. Es konnte 1951 aus dem Überschuß sogar jede Klasse 50 DM für einen Ausflug bekommen.

Weihnachten 1951 wurde im Saale Niederstein ein Krippenspiel in Adendorfer Platt aufgeführt: "Ein Bauer stiehlt seine eigene Sau". Dabei wurden 235 DM für die neuen Glocken gespendet, die am 11. März 1952 feierlich eingeholt wurden.

Klasse von 1957. Foto: Schulchronik
Klasse von 1957. Foto: Schulchronik

Mai 1961
Frau Gerda Allendorf-Kaufrnann wird nach Adendorf versetzt und übernimmt Klasse 1 (1. und 2. Schuljahr).

April 1962
Lehrer Karl-Heinz Schmitz wird von der kath. Volksschule Flerzheim an die kath. Volksschule Adendorf versetzt und im November zum Hauptlehrer ernannt.

5. bis 8. Schuljahr 1964. Foto: Schulchronik
5. bis 8. Schuljahr 1964. Foto: Schulchronik

3. bis 4. Schuljahr 1964 (Mittelklasse). Foto: Schulchronik
3. bis 4. Schuljahr 1964 ("Mittelklasse"). Foto: Schulchronik

1966 wurde das 9. Schuljahr eingeführt und 10 Adendorfer Schüler sollten zur katholischen Volksschule nach Meckenheim. Dies stieß zunächst auf Widerstand:

"Der Gemeinderat von Adendorf, an der Spitze Bürgermeister Gütten, wollte unbedingt die Einrichtung des 9. Schuljahres in Adendorf sehen, dazu sollten die Kinder aus Arzdorf und Fritzdorf aufgenommen werden. In späteren Jahren, wenn die Schulreform durchgeführt und Selbstverständlichkeit geworden ist, wird man kaum mehr verstehen können, wie stark sich Gemeinderat und teilweise auch Eltern wehrten, die Kinder in die Schule nach Meckenheim zu schicken. So kamen die Kinder zunächst weiter in die hiesige Schule, gleichzeitig 3 Kinder aus Fritzdorf. Nachdem Herr Schulrat Beilenhoff in einer Elternversammlung die Vorteile einer Mittelpunktschule erläutert hatte, erschienen nach und nach die Schüler des 9. Schuljahres nicht mehr in der Adendorfer Schule, so daß am 20. Dezember 1966 dann endlich alle Schüler in Meckenheim waren."


Geschichte seit 1967


Anblick Schule mit Schulhof
Schulgebäude 1967

1967
Der Beginn des Schuljahres wird auf den 1. August (bisher 1. April) verlegt, so daß vom 1. April 1966 bis 1. August 1967 zwei Kurzschuljahre von je 8 Monaten eingeteilt waren. Die Lernmittelfreiheit wurde in Nordrhein-Westfalen mit Büchergutscheinen eingeführt.


Umzug in die "Neue Schule"


Nach 1,5 Jahren Bauzeit (Kosten 1,1 Millionen) fand der Umzug in die neue Schule am 14. Januar 1967 statt. Wilhelm Hirschleber stellte zwei große Anhänger auf den Schulhof, und die Kinder der Oberklasse beluden sie. Die schweren Schränke wurden von Arbeitern der Firma Gütten transportiert.

Am 16. Januar 1967 nahmen die Schulkinder mit ihren Lehrern und zahlreichen Gemeindevertretern an einem gemeinsamen Gottesdienst teil. Im Anschluß daran segnete Dechant Beemelmanns vier neue Schulkreuze, die von den Kindern in einer Prozession zum neuen Schulgebäude getragen wurden.

Am 24. Juli 1967 erfolgte dann die feierliche Schlüsselübergabe an Hauptlehrer Karl-Heinz Schmitz, der die Fortsetzung des Wahlspruches: "Das Kind steht hier immer an erster Stelle" auch im neuen Hause bestätigte.

"Bevor wir aber das alte Schulgebäude verlass en, wollen wir zum Abschied noch einen Blick in einige seiner Klassen werfen. Es wurde 1870 erbaut, umfaßte zunächst zwei Klassen, einen Kindergarten und eine Lehrerdienstwohnung. 1955 wurde ein Nebengebäude mit Toiletten, Garage und zwei kleinen Wirtschaftsräumen neu erstellt. Gleichzeitig wurde der Schulhof erweitert und neu gestaltet. Dieses fast 100 Jahre alte Gebäude an der verkehrsreichen Hauptstraße genügt in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen".

Klasse Anfang der 70er Jahre
Abschlußklasse in den siebziger Jahren. Foto: Hedwig Tesch


Schulreform im Jahre 1968


Bei der Neuordnung des Volksschulwesens im Lande Nordrhein-Westfalen in Grund- und Hauptschulen wird eine Unterrichtung in Jahrgangsklassen gefordert.

Deshalb werden die Grundschulkinder aus Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf jetzt zusammengefaßt und in zwei Klassen in Adendorf, wie auch in zwei Klassen in Fritzdorf unterrichtet.

Die Hauptschulkinder werden jahrgangsmäßig auch auf die Orte verteilt, so daß alle Schüler der Klassen 7-9 aus Adendorf, Arzdorf, Fritzdorf und den Gemeinden des Amtes Villip in der Adendorfer Schule unterrichtet werden.

Die Gemeinde Wachtberg entsteht im Jahre 1969. Das bedeutet für die Dörfer Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf ein Ausscheiden aus dem Amte Meckenheim. Seitdem gilt für die Adendorfer Schüler die Gliederung des Schulwesens in:

Zentrale Hauptschule Berkum und Grundschule Adendorf für Adendorf, Arzdorf, Fritzdorf und Klein-Villip.

Für die Grundschulklassen werden jedoch wegen der großen Schülerzahl weiterhin die Gebäude in Fritzdorf und Adendorf benutzt.

Die Klassen 7-9 (jetzt aus Wachtberg) werden bis zur Errichtung der zentralen Hauptschule in Berkum noch in Adendorf unterrichtet und 1973 wird die letzte 9. Klasse (Schüler aus Adendorf und Niederbachem) entlassen.

Im Jahre 1971 wurde über die Art der Grundschule (Katholisch oder evangelisch oder Gemeinschaftsgrundschule) abgestimmt. Die Schule wurde zur "Gemeinschaftsgrundschule", weil die erforderlichen Stimmen (2/3 der Wahlberechtigten) nicht erreicht wurden. Von den abgegebenen Stimmen waren 81 für eine katholische Bekenntnisschule und 12 für eine Gemeinschaftsschule.

Im Sommer 1976 wird ein Feldhaus mit zwei Klassenräumen hinter dem Schulgebäude aufgestellt.

Ab 1977 erhalten die Kinder der 1. Klasse Zeugnisse ohne Zensuren. Es wird stattdessen über das Sozial-, Arbeits- und Lernverhalten der Kinder berichtet.


1984
Lehrer Schmitz tritt in den Ruhestand. Am 26. Juni 1984 findet eine Feier in der Schützenhalle zur Versetzung von Herrn Rektor Karl-Heinz Schmitz in den Ruhestand statt, bei der alle Schüler - auch Ehemalige - und die Vertreter von Kirchen und der Gemeinde, sowie die Ortsvereine mitwirken.

Lehrer Schmitz

1985 die Schulleiterstelle wird Hedwig Tesch übertragen.

1991 Das Feldhaus, das wegen der Formaldehydbelastung ins Gespräch gekommen war, wird abgerissen, und ein neuer Klassenraum im ehemaligen Lehrerzimmer eingerichtet.

Ein Bungalow neben dem Hauptgebäude wird als Verwaltungstrakt hergestellt, und zur Freude der Kinder wird der Schulhof hinter das Schulgebäude verlegt, gestaltet mit einer Arena, Grünflächen und befestigten Spielflächen für die aktive Pause, in der die Schüler Fußballspielen, Seilchenhüpfen, Tischtennisspielen und auch zu Musik tanzen können.

Bei der großen Einweihungsfeier am 3. Juli 1992, die alle Klassen mit Zirkusvorführun-gen in der Arena gestalten, kann von den Kindern auch ein Klettergerüst eingenom-men werden, das aus Spenden von Eltern und Geschäftsleuten an den Förderverein finanziert wurde.


Die pädagogische Arbeit


Im Jahre 1985 treten für die Grundschulen neue Richtlinien und Lehrpläne in Kraft. Die Schule als Schule des Kindes, als Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum, in dem erziehender Unterricht, Lernen und Leisten und das Schulleben ineinander verbunden sind, rückt in das Bewußtsein. Die Aufgabe, sich die pädagogische Arbeit an der jeweiligen Schule bewußt zu machen, findet ihren Ausdruck in der Erstellung eines Schulprogramms. Die Grundschule Adendorf ist die erste Schule im Rhein-Sieg-Kreis, die ein individuelles Schulprogramm entwickelt hat und zeigt in der graphischen Darstellung des "Baummodells" alle die pädagogischen Handlungsfelder und Aktivitäten, die an der Grundschule Adendorf wichtig sind und sich in der ständigen pädagogischen Reflexion und Diskussion befinden - entwicklungsfähig, offen für Neues, veränderbar, aber immer auf dem Hintergrund der pädagogischen Leitlinien, die nur im Zusammenwirken und ständigen gemeinsamen Bemühen von Eltern, Lehrern und Schülern zum Tragen kommen können.

Aus den vielfältigen Aktivitäten des Schullebens und der pädagogischen Arbeit soll der Bereich der Umwelterziehung besonders hervorgehoben werden:

1986 Preis beim Malwettbewerb der Gemeinde Wachtberg zur Umweltwoche

1987 1. Preis beim Jugendwettbewerb für Umweltschutz der Gemeinde Wachtberg - die "Scherbenbanden" holten Altglas in den Häusern ab und brachten bei ihrer ersten Aktion rund 1000 Flaschen zu den Altglascontainern

1988 Teilnahme beim Umweltwettbewerb der Gemeinde Wachtberg und des Rhein-Sieg-Kreises mit der Aktion "Müllvermeidung beim Schulfrühstück". 2. Preis Gemeinde Wachtberg, 3. Preis Rhein-Sieg-Kreis (unter 39 Bewerbern)

Jährlich findet ein besonderer Umwelttag statt, der unser Motto: "Alle Tage sind Umwelttage" nochmals besonders unterstützt.


Aus der Arbeit der Schulpflegschaft


Auch durch den Einsatz und die Hilfe der Eltern kann und soll die Schule heute als Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum vielfäl-tig gestaltet, und somit die schulische und familiale Erziehung verwoben werden. Einige Beispiele sollen das zeigen:

Seit 1946 Mithilfe bei der Gestaltung des Martinszuges

Seit 1980 Die Schulpflegschaft organisiert "Musische Kurse" für die Adendorfer Grundschüler am Nachmittag (z. B.: Töpfern, Kochen, Flöten, Judo, Batik, Schach, Schreinern, Weihnachtsbacken, Zirkusschule ...)

Seit 1983 Hilfe bei der Gestaltung von Schulfesten

Seit 1984 Der Elternlotsendienst an der Töpferstraße wird eingerichtet, da alle Bemühungen zur Errichtung einer Fußgängerampel mit der Begründung: "Die gesetzlich vorgeschriebenen Zahlen von Passanten an der Töpferstraße in Adendorf werden nicht erreicht", abgelehnt werden, und auch die Argumentation, den Grad der Gefährdung in den Mittelpunkt zu stellen, nicht fruchtet.

1985 Verschönerung des alten Schulhofes mit Torwand, Maltafeln und Hüpfkästchen

Seit 1987 Teilnahme am Heimatfest im Hof der Burg Adendorf, Mithilfe bei der wöchentlichen Ausleihe in der Schülerbücherei

Seit 1988 Hilfe bei der Bepflanzung und Pflege des Schulgartens und Schulteiches, Teilnahme am Fritzdorfer Weihnachtsmarkt. Mitarbeit im Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Adendorf.

Seit 1992 Teilnahme an den Adendorfer Töpfertagen

21.08.2007 8:31:38

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